Besuch der

französischen Kapelle in Soest

Einen interessanten Nachmittag erlebte der Internationale Ladies Club Soest mit Wilfried Bökenbrink in der Französischen Kapelle in Soest.
Während des Rundgangs berichtete er, dass von 1940 bis 1945 das 1.
Offizierslager im Wehrbereich VI (Oflag VI A) in Soest bestand.
Hier waren französische Offiziere als Kriegsgefangene untergebracht. Aufgrund der Genfer Konventionen durften Offiziere in der Kriegsgefangenschaft nicht zur Arbeit gezwungen werden. So entwickelte sich innerhalb des Lagers ein lebhaftes Geistes-und Kulturleben. Theatergruppen entstanden, Musikwerke wurden einstudiert. Das religiöse Zentrum der katholischen Offiziere wurde die Kapelle, die von den Künstlern Guillaume Gillet und René Coulon gestaltetet wurde. Die Wandmalereien dieser „Französischen Kapelle“ enthalten viele traditionelle religiöse Motive, erzählen aber auch von dem Heimweh der Gefangenen.
Nach der Befreiung der französischen Gefangenen diente der Kasernenkomplex von 1946 bis 1951 zur Unterbringung von Vertriebenen aus Schlesien und anschließend bis 1994 als Kaserne für belgische Truppen.

Petra Menke-Koerner dankte Wilfried Bökenbrink für diesen fantastischen Nachmittag, und beim anschließenden Kaffeetrinken wurde noch viel über die bewegende Geschichte der Adam-Kaserne diskutiert