Schloss Eggeringhausen
Die Damen des ILC besuchten das Schloss Eggeringhausen und erfuhren von Freifrau Friederike von Fürstenberg viel Wissenswertes über die Geschichte des Hauses und des anliegenden Arboretums.
Die unter Denkmalschutz stehende Haus Eggeringhausen wurde um 1660 für und von Anna Catharina Gräfin von Salm-Reifferscheidt, Witwe des Grafen Johann V. von Rietberg errichtet. Seit 200 Jahren ist das Schloss im Besitz der Freiherren von Fürstenberg.
An die Herrlichkeit von Mellrich und die damit verbundene Gerichtsbarkeit erinnert bis heute eine schwere Eichentür mit einem Guckloch, die in das ehemalige Gefängnis führt.
Das zweigeschossige, dreiflügelige Hauptgebäude mit quadratischen dreigeschossigen Ecktürmen an vier Seiten ist eine der ersten Anlagen dieser Art in Westfalen. Im Innenhof dienen zwei achteckige Treppentürme dem Erreichen der oberen Etagen. Als Besonderheit sind die Stufen dieser Wendeltreppen nicht, wie gewöhnlich, aus Stein, sondern aus massivem Eichenholz gefertigt. Die Spindeltreppe im Ostturm wurde in den Jahren 2023 2024 nach Befall mit dem gescheckten Eichennagekäfer aufwändig renoviert.
Mit der Verlegung des Haupteinganges 1732 auf die Nordseite des Gebäudes wurde dieser durch ein frühklassizistisches Sprenggiebelportal mit rundbogiger, von Halbsäulen flankierter Pforte im Mittelrisalit aufgewertet und zusätzlich mit einer Uhr versehen.
Die kleine Hauskapelle mit einem großformatigen Altarbild der Kreuzigung Christi, eingerahmt durch Büsten des Patrons Johannes Nepomuk und von Franz Xaver, liegt im Erdgeschoss neben der Durchfahrt durch den Haupttrakt. Am Treppenaufgang zum Obergeschoss befindet sich eine neugotische, hölzerne Trennwand mit farbiger Verglasung und eingefügten gemalten Medaillons. Wahrscheinlich die erste Wärmedämmung des Hauses. Im zentralen Saal dieses Geschosses fällt ein großer Kamin von 1660 aus Anröchter Sandstein ins Auge, der manieristische und barocke Formen, Schleifwerk und Fruchtgehänge neben figürlichem Beiwerk vereinigt und dessen Aufbau durch zwei behelmte Atlanten gestützt wird. Im Soester Raum ist nur noch im Frieseschen Hof ein solcher Atlant zu finden. Die Decke des Raumes besteht aus stuckverzierten Holzbalken mit aus Modeln gegossenen Ornamenten. Sie heißt auch Adolphsburger Decke.
Nordöstlich des Haupthauses liegt, auf einer eigenen Insel, die Vorburg: das zweigeschossige Renteigebäude mit dem Marstall von 1835. Außerhalb der nur durch Regenwasser gespeisten Gräfte wurde im Nordwesten gleichzeitig der Wirtschaftshof neu angelegt. Eine große Nepomukstatue von 1725 am Weg nach Mellrich ist jährlich im Mai Ziel der Prozession des Schützenvereins vom Dorf durch die in der Mittelachse des Schlosses gelegene Durchfahrt.
Der Park entstand Ende des 19.Jahrhunderts und war als forstliches Arboretum gedacht. Zwei Hängebuchen von ca. 150 Jahren stehen in der Mitte.
Die griechische Tanne, abies cephalonica, ist in der dendrologischen Gesellschaft mit 3,65 m Umfang als eine des größten Nordrhein-Westfalens verzeichnet. Auch diesen prächtigen Parkbäumen sieht man die Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020 an.
Heute wird das Schloss privat als Wohnhaus genutzt.



